Emma Wagner

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»Irish Feelings 1 - Als ich dich traf« von Linda Winter

Titel:

»Als ich dich traf«

Autor:

Emma Wagner

Seitenanzahl:

343 Seiten

Erzählperspektive:

Ich-Perspektive, Gegenwart

Stimmung im Buch:

humorvoll, aber dennoch mit einem Anklang an die Abgründe und Tiefen des menschlichen Lebens

Charaktere:

Liz

Touristin aus Amerika

Aiden

gummeliger Pubbesitzer

Meine Lieblingscharaktere:

Ich finde sowohl Aiden als auch Liv sympathisch und nachvollziehbar in ihrem Tun. Faszinierend fand ich auch die Großmutter und ihre lebenslustige unbeschwerte Enkelin Abbie.

Das hat mir besonders gefallen:

Dass der Leser so lange rätseln muss, was eigentlich in Boston passiert ist, dass sie die Flucht nach Irland antritt. Wohingegen Aidans Geschichte schon sehr viel früher durchblitzt.

Diese Gefühle hat das Buch in mir geweckt:

Köstlich fand ich die Szene, als sie der ganze Pub auslacht, weil sie vor den Hunden des Doktors geflohen ist. Echt gemein zu behaupten, die Schafe der Gegend seien gefährlicher als der Riesenhund.
Die meiste Zeit Schmunzeln und Lachen nur der Schluss hat mir das Buch etwas verleidet.

Das kann ich zum Schreibstil sagen:

Sehr gut geschrieben, mir gefällt der versteckte Humor darin. Außerdem zeichnet sich das Buch durch geschickt eingesetzte Perspektivwechsel aus, die den Leser möglichst wenig spoilern.

Kritik:

Die Geschehnisse am Schluss fand ich recht unrealistisch und künstlich aufgebauscht. Jemanden aufgrund eines Zeitungsartikels zu verturteilen, den man nicht kennt, ist leicht. Aber wenn man die Person vorher kennt und schätzen gelernt hat, wird man kaum bereit sein, ihn von jetzt auf gleich kompromisslos abzulehnen. Zumindest nicht, bevor man nicht dessen Sicht der Ereignisse gehört hat.

Meine Bewertung:

Steh wieder auf und kämpfe weiter!

Ein böses Ereignis reißt Liz aus ihrem ehrgeizigen Streben nach beruflichen Erfolg und katapultiert sie auf den Standstreifen. Mangels besserer Alternative reist sie nach Irland, um ein heruntergekommenes Cottage wieder herzurichten, damit ihr Bekannter es verkaufen kann. Doch das Pech hat sich unerbittlich an ihre Fersen geheftet und will nicht weichen. Bald bringt sie das ganze Dorf gegen sich auf, allen voran den attraktiven Aiden mit dem Knackarsch. Wie soll sie das Steuer nur herumreißen?

Zitat aus dem Buch:

Drei alte Männer sitzen in Türnähe. Zwei von ihnen müssen gefühlte hundert Jahre alt sein und sind offensichtlich eineiige Zwillinge. Da sie die gleichen schlammbraunen Hosen und Hemden tragen und selbst die Handvoll weißer Haare jeweils auf die gleiche Weise von rechts nach links über den kahlen Schädel gekämmt haben, unterscheiden sie sich nur anhand der Struktur ihrer Falten. Der dritte Mann an diesem Tisch ist vermutlich um die siebzig und in jeder Hinsicht rundlich: Brille, Gesicht und gewaltiger Bierbauch.
Ein paar weitere Kerle halten sich im hinteren Teil des Lokals auf. Am Tresen sitzt auf einem Barhocker ein Typ um die dreißig mit blondem Kurzhaarschnitt und sportlicher Figur. Da Letzterer jedoch mit einer Gabel und äußerst düsterem Gesichtsausdruck regelrecht auf seine Baked Beans einsticht, beschließe ich, mich lieber an die drei Alten neben mir zu halten.
»Entschuldigen Sie bitte«, wende ich mich an den gemütlich aussehenden Rundlichen: »Ich möchte nach Greycastlehill.«
»Und ich möchte dich heiraten«, kommt die Antwort mit breitem, bierseligem Lächeln zurück.
»Ah. Das ist … äh … nett, aber leider nicht möglich.« Ich trete hastig einen Schritt beiseite.
»Gute Entscheidung!« Der eine der beiden Zwillinge kichert. »Sully ist ein Hallodri.«
Besagter Sully grinst breit. Ob das der Sully ist, der den Getränkelieferanten abgeschleppt oder seinen Wagen repariert hat oder was auch immer? Vermutlich.
»Nimm lieber mich«, fährt der Zwilling fort.
»Du bist viel zu hässlich für sie, Cormac.« Sein Bruder winkt ab. »Ich bin eher ihr Typ.« Er strahlt mich mit breitem, vor Goldkronen blitzendem Lächeln an, dem allerdings etliche Zähne fehlen.
»Du?«, entrüstet sich der erste Zwilling. »Du bist zu alt für sie, Cailan!«
»Ich bin nur eine Minute älter als du!«
»Eben!«
Es ist wie der berühmte Autounfall, bei dem man nicht wegsehen kann. Seltsam fasziniert verfolge ich den Streit der Brüder, bis sich plötzlich Sully mit den Fingern das graue Haar glatt streicht und sich vertraulich zu mir beugt. »Bist du sicher, dass du mich nicht heiraten willst?«
»Absolut sicher«, bestätige ich und bringe eilig weiteren Abstand zwischen uns.

Das Buch bei Amazon:

Hier findet ihr die Autorin im Netz.

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